Das Adventdorf

 

Nach Einbruch der Dunkelheit, wenn Sie durch die Melker Innenstadt schlendern, landen Sie direkt im neuen Adventdorf. Es ist das Herz des Melker Advents. Verabschieden Sie sich hier vom hektischen Weihnachtstrubel der Großstädte. Hier finden Sie die willkommene Ruhe zum Wochenende.  Es glitzert und riecht nach Zimt und Lebkuchen. Mit Handwerkskunst aus der Region und selbstgemachten Schmankerln der Melker Gastronomie und Vereine können Sie Zeit mit Freunden und Kindern verbringen.

 

Live-Musik an jedem Wochenende

 

Was wäre Weihnachten ohne Musik? Ein Fest der Sinne ist es, bei Punsch und Keksen nicht nur die Wärme des Miteinanders zu spüren, sondern auch musikalisch unterhalten zu werden. Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches Programm. Mitsingen und Mitwippen ist erlaubt!

 

Kinderprogramm

 

Noch ein paar Mal schlafen bis das Christkind kommt. Um die Wartezeit zum Weihnachtsabend zu verkürzen, haben wir heuer erstmals ein spezielles Kinderprogramm zusammengestellt.

 

Beleuchtung des Adventkalenders bei der Alten Post

 

Mit viel Licht und den kräftigen Stimmen der Kinder wird die Eröffnung des Adventdorfes am Hauptplatz und die Beleuchtung des Adventkalenders gefeiert. Die Musikschule Melk-Loosdorf unterstützt die Feier musikalisch. Nicht vergessen: Laterne mitbringen!

 

Christkindl-Postamt

 

Hast auch Du einen Wunsch zu Weihnachten? Dann schreib dem Christkind einen Brief. Im Adventdorf kannst du ihn in den Postkasten werfen. Oder ruf einfach an! Am ersten Adventwochenende wird das Christkind deinen Anruf persönlich entgegennehmen.

Streichelzoo

 

Auch Tiere sind Zeugen der Weihnachtsnacht. Sieh selbst! Esel, Schaf und Ziege kannst du im Streichelzoo des Adventdorfes hautnah erleben.

Auteufel‘n

 

Als Schreckgestalt der Weihnachtszeit begleiten sie den Nikolaus. In Melk sind die Au Auteufel‘n schon am 3. Dezember unterwegs. Beim großen Krampustreiben am Areal der Melker Donauarena lehren sie den großen wie den kleinen Besuchern das Fürchten mit Feuershow und Perchtenlauf.

Dieses Jahr präsentieren sich die Auteufel‘n und ihre zahlreichen Gäste mit gestrafftem Programm, neuer Musik, Kinderkrampuslauf und werden auch nach dem Aulauf im Melker Adventdorf - zum Angreifen - präsent sein.

Das Melker Adventlied getextet von der Melkerin Maria Ferschl

 

Wir sagen euch an den lieben Advent

 

1. Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet die erste Kerze brennt.

Wir sagen euch an eine heilige Zeit. Machet dem Herrn die Wege bereit.

Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.

 

2. Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die zweite Kerze brennt.

So nehmet euch eins um das andere an, wie auch der Herr an uns getan.

Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.

 

3.Wir sagen euch an den lieben Advent. Seht die dritte Kerze brennt.

Nun tragt eurer Güte hellen Schein weit in die dunkle Welt hinein.

Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.

 

4.Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet, die vierte Kerze brennt.

Gott selber wird kommen, er zögert nicht. Auf, auf, ihr Herzen, und werdet licht.

Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.

 

Text: Maria Ferschl 1954

Musik: Heinrich Rohr 1954

 

 

Damals – Erinnerungen an die Vergangenheit

 

Wir sagen euch an den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt". Jeder von uns kennt dieses Lied. (Gotteslob Nr. 115). Am ersten Adventsonntag 1954 in der Pfarrkirche Riedhausen im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg uraufgeführt, wurde es nach Herausgabe des neuen Liederbuches „Gotteslob" ab 1975 sehr schnell im gesamten deutschen Sprachraum bekannt. Aber wer kennt die Autorin dieses Textes und wer weiß schon, dass sie aus Melk stammt?

Maria Ferschl wurde am 18. März 1895 als erstes von sieben Kindern in Melk Nr. 22 (heute Rathausplatz 1) geboren und eine Woche später, am 25. März in unserer Pfarrkirche getauft. Ihre Eltern Anton Ferschl und Maria geb. Scheit stammen aus der Pfarre Schöngrabern im Weinviertel, was auf das spätere literarische Wirken von Frau Ferschl nicht ohne Einfluss blieb. Sie kamen 1894 wohl aus beruflichen Gründen nach Melk: Ihr Vater Anton Ferschl war „k.k. Post- und Telegraphenexpeditor". Ab 1899 wohnte die Familie im Haus Nr. 27 (heute Sterngasse 15). Im April 1901 übersiedelte die Familie mit ihren jetzt 5 Kindern nach Wien in die Hermanngasse. Dort besuchte Maria die Pflichtschule, absolvierte die Lehrerbildungsanstalt und unterrichtete anschließend als Bürgerschullehrerin die Fächer Deutsch, Geschichte, Geographie, Gesang und Turnen. In den Dreißiger-Jahren war

sie maßgeblich an der liturgischen Bewegung beteiligt (Messe in deutscher Sprache, Volksaltar usw.) und arbeitete eng mit Pius Parsch aus Klosterneuburg zusammen, sie verfasste liturgische Texte und entwickelte neue Ideen.

Nach Kriegsende ließ sie sich im Pfarrhof von Riedhausen bei Ravensburg im Württembergischen Schwabenland nieder, wo ihre um 14 Jahre jüngere Schwester Margarete den Pfarrhaushalt für Pater Richard Beron aus dem Kloster Beuron führte. P. Richard selbst war ebenfalls schriftstellerisch tätig.

Hier entstanden die meisten ihrer Schriften. Teilweise unter den Pseudonymen „Maria Salamon" und „Maria Schneit" verfasste sie unter anderem Heimatromane: „Sina, die Magd" und „der Tatermann", eine "Kinder- und Hausbibel", ein „Weihnachts-Singebuch" eine Monats-zeitschrift für katholische Jugend „der junge Weinberg", sie übersetzte Psalmen und schuf Liedtexte, wie zum Beispiel das Sternsinger Lied „Wir kommen daher aus dem Morgenland". Obwohl sie durchaus musikalisch talentiert war (sie spielte sehr gut Klavier und Violine), hat sie keine Vertonung ihrer Texte hinterlassen. Im ganzen deutschen Sprachraum wurde sie bekannt durch das Adventlied „wir sagen euch an den lieben Advent", das am ersten Adventsonntag 1954 in der Dorfkirche von Riedhausen von vier Mädchen uraufgeführt wurde.

Ende der Sechziger Jahre wurde P. Richard Beron in das Kloster Tettnang versetzt, und Maria Ferschl übersiedelte mit ihrer Schwester nach Bad Saulgau (bei Biberach) in ein Haus in der Schlossbergstraße, das sie in der Zwischenzeit bauen ließ.  Trotz ihrer Sehbehinderung und einer Augenoperation arbeitete sie unermüdlich weiter. 1975 starb Margarete Ferschl: am 10. April 1982 folgte ihr ihre Schwester Maria und wurde ebenfalls in Bad Saulgau begraben.

Heute ist Maria Ferschl in Bad Saulgau kaum bekannt; Riedhausen aber wird am ersten Adventsonntag beim Fest „50 Jahre lieber Advent" ihrer gedenken.

Ihre Geburtsstadt Melk hat eine Gasse nach dieser nicht unbedeutenden Schriftstellerin benannt.

 

 

 

 

Stadt Melk

Rathausplatz 11, 3390 Melk

www.stadt-melk.at

Info

Gerhard Schuberth

+43 676 4514 000